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von Patrick Jacobs, integrationspolitischer Sprecher der FDP Marzahn-Hellersdorf und Mitglied des Integrationsbeirates im Bezirk Marzahn - Hellersdorf
Sehr geehrte Damen und Herren,
in meiner Eigenschaft als integrationspolitischer Sprecher der FDP Marzahn-Hellersdorf und als Mitglied des Integrationsbeirates unseres Bezirkes habe ich oft an diversen Veranstaltungen teilgenommen, in denen Amts- und Würdenträger in großen und süßen Worten beschrieben wie wichtig ihnen die Integration der Spätaussiedler sei. Auch wird bei solchen Anlässen gern das Eigenengagement der Betroffenen gelobt und versprochen dieses entsprechend zu fördern. Einer der engagiertesten Vereine unseres Bezirkes in der Sache der Spätaussiedler war und ist der Lyra e.V. Im Mittelpunkt des Vereins steht dessen kulturell-künstlerisches Schaffen sowie die soziale Betreuung von Mitbürgern.
Ein ganz besonderes Projekt des Vereines war und ist die Wanderausstellung „Das gebrochene Schweigen“. Thema der Ausstellung sind Geschichte, Kultur und Schicksal der Deutschen in Russland. Ich persönlich war beim Besuch der Ausstellung begeistert von der Informationsfülle der Schautafeln und der Anschaulichkeit der Ausstellungsstücke. Im Gespräch mit den Veranstaltern erfuhr ich, dass so manches interessante Exponat wegen der Einschränkungen, denen eine Wanderausstellung nun einmal unterliegt, ungezeigt bleiben muss.
Um also das Thema als Ganzes umfassend behandeln zu können, wäre es nötig aus der Wander- eine Dauerausstellung zu machen. Benötigt wird also ein fester Raum in dem Exponate und Informationsmaterialien Platz finden könnten. Der Verein hatte sich bereits des Öfteren mit der Bitte um eine entsprechende Räumlichkeit an entsprechende Stellen gewandt, jedoch immer ohne Erfolg. Ich persönlich empfinde es als unerträglich, dass das Bezirksamt hier so lange untätig blieb, obwohl ihm die Situation schon lange bekannt war und ist! Um die Dauerausstellung zu ermöglichen, formulierten Dr. Sergej Henke (Integrationspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion in der BVV Marzahn-Hellersdorf) und ich einen entsprechenden Antrag in der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf.
Im entsprechenden Ausschuss stieß jedoch dieses Vorhaben entgegen allen sonst üblichen Aussagen zum Thema Spätaussiedler im Grunde genommen auf Ablehnung. Am häufigsten war zu hören, die Ausstellung sei nicht bezirksspezifisch, zu teuer oder gar eine Wanderausstellung sei doch viel besser. Ich muss gestehen, dass ich mehr als verwundert bin über die Einstellung einiger Bezirkspolitiker und Amtsträger der LINKEn! In einem Bezirk mit mehreren zehntausend Spätaussiedlern sollen Geschichte und Kultur der in Russland geborenen Deutschen nicht bezirksspezifisch genug sein? Die Möglichkeit für etwas Einzigartiges, Toleranzförderndes und Identität stiftendes wird kleinkrämerischen Erwägungen geopfert werden? Die Beibehaltung als Wanderausstellung als besser Alternative? Abgesehen davon, dass viele der Bedenkenträger offenbar weder die Ausstellung noch den Lyra e.V. zu kennen scheinen, ist es doch sehr vermessen, die Kompetenzen des Veranstalters in Zweifel zu ziehen.
Warum der FDP-Antrag „Eine feste Heimstatt für ‚Das gebrochene Schweigen’“ nicht abgelehnt wurde? Wohl auch deshalb weil eine andere Partei, die LINKE, ein ähnliches Anliegen vorbrachte. Um der Sache willen möchte ich die LINKE auf diesem Wege auffordern, sich dem FDP-Antrag anzuschließen und gemeinsam mit der FDP den Spätaussiedlern unseres Bezirkes zu beweisen, dass zumindest unsere beiden Fraktionen bereit sind, den guten Worten auch Taten folgen zu lassen.
Patrick Jacobs
Integrationspolitischer Sprecher der FDP-Marzahn-Hellersdorf
und Mitglied im Integrationsbeirat Marzahn-Hellersdorf
Unterstützend:
Dr. Sergej Henke
Integrationspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion in der BVV-Marzahn-Hellersdorf


